Marienmünster (red). Orgelvespern, Jazzkonzerte, Rauminszenierungen, Kunstinstallationen, Bach-Wanderungen und Ferientheater: Wie kreativ, lebendig und vielschichtig sich das regionale Klostererbe auch in diesem Jahr präsentiert, zeigt die aktuelle Broschüre des Netzwerks Klosterlandschaft OWL.
Unter dem Titel „Zeit“ ist das Magazin jetzt druckfrisch erschienen. Auf 48 reich bebilderten Seiten entfaltet sich ein farbenprächtiges Kaleidoskop kultureller Angebote. Akzente setzen dabei nicht nur das Welterbe Corvey oder die Abteikirche Marienmünster, sondern auch Orte wie die evangelische Kirche Maria im Weinberg in Warburg, die sich ab dem 14. Juni in einen eindrucksvollen Kunstraum verwandelt.
Zeitgemäße und innovative Konzepte
Das Magazin wirft zudem einen Blick auf das ehrenamtlich geführte Besucherzentrum Forum Abtei, das in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert. Zukunftsprojekte wie das Kloster Wiedenbrück zeigen darüber hinaus, wie sich die Klosterlandschaft in der Tradition des Heiligen Franziskus zu lebendigen Begegnungsstätten weiterentwickelt.
Im Fokus steht auch das Klosterfestival, das vom 24. Juni bis 23. August an verschiedenen Klosterorten stattfindet und ein sommerliches Kulturprogramm verspricht.
Ein besonderes Highlight ist der Auftritt des polnischen Musikers Kamil Dmochowski, der am 2. August um 17 Uhr im Christlichen Bildungswerk „Die Hegge“ eine klangvolle „Reise ins Sacrum“ präsentiert – mit dem Akkordeon, dem „Instrument des Jahres“.
„Das kann dann auch ruhig ein bisschen herausfordernder und unerhörter werden“, freut sich Festivalintendant Hans Hermann Jansen auf das besondere Hörerlebnis.
Alleinstellungsmerkmal im Kreis Höxter
Mehr als 50 klösterliche Einrichtungen in ganz Ostwestfalen beteiligen sich inzwischen an den vielfältigen kulturellen Angeboten – allein 24 davon im Kreis Höxter. Gerade im Kulturland Kreis Höxter, aus dem sich die Klosterregion vor 25 Jahren entwickelt hat, bleibt die Klosterlandschaft ein zentrales Profilmerkmal.
„Neben Aktivtourismus wie Radfahren oder Wandern und dem Gesundheitstourismus ist die Klosterlandschaft ein authentisches und werthaftes Thema, das weit über die Region hinausstrahlt“, betont Michael Stolte, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter.
Besucherinnen und Besucher – auch aus den Niederlanden und Skandinavien – schätzen besonders die Verbindung aus lebendiger Kultur und spiritueller Atmosphäre. „Wir sind kein Museum und kein Panoptikum, sondern halten die Balance zwischen kulturellen Angeboten und den Rückzugsorten klösterlicher Gemeinschaften“, so Stolte.
Weitere Finanzierung ungewiss
Sorgen bereitet jedoch die finanzielle Zukunft des Netzwerks. Bereits in diesem Jahr blieb die regionale Kulturförderung des Landes NRW aus. „Nur durch eine gemeinsame Kraftanstrengung und mit Unterstützung des Kreises Höxter, der zusätzlich 25.000 Euro bereitgestellt hat, konnten die Projekte gesichert werden“, erklärt Stolte. Für das Jahr 2027 ist die Finanzierung derzeit noch völlig offen. Dennoch unterstreicht auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die Bedeutung des Netzwerks „Es ist wichtig, dieses enge Geflecht aus Verbindungen, Gemeinschaften und Institutionen immer wieder ins Bewusstsein der Menschen zu rücken“, sagt Dr. Yasemin Freigang von der Westfälischen Kulturkonferenz.
Informationen und Verfügbarkeit
Gefördert wird das Projekt unter anderem von den Kreisen Gütersloh, Lippe und Paderborn, dem Kulturland Kreis Höxter, dem LWL, der VerbundVolksbank OWL eG sowie der Lippischen Landeskirche. Das neue Jahresmagazin ist ab Anfang Mai kostenlos in den Klöstern sowie in den Tourist-Informationen der beteiligten Kommunen erhältlich.
Zusätzlich kann die Broschüre über die Kulturland Kreis Höxter Tourismusmarketing bei der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung bestellt werden:
Weitere Informationen sowie eine Online-Version des Programms finden sich unter:
www.klosterlandschaft-owl.de
Foto: Klosterlandschaft OWL/M. Schäfer